Essen außer Haus: Stabil bleiben mit einer Faustregel
Ob Kantine, Restaurant oder Lieferdienst – viele kennen das Muster: Du isst mittags „ganz normal” und 1–2 Stunden später kommt das Nachmittagstief. Dann wird Kaffee nachgeschüttet, vielleicht etwas Süßes hinterher – und schon bist du wieder in der Achterbahn.
Der wichtigste Hebel ist, es nicht kompliziert zu machen. Wenn du dir nur eine Faustregel merkst, dann diese:
Gemüse + Protein zuerst – Kohlenhydrate bewusst.Wenn du nur zwei Dinge schaffst: Gemüse + Protein.
Das ist kein Verzicht, sondern ein Puffer. Denn viele typische „Unterwegs-Gerichte” sind stark kohlenhydratlastig, haben wenig Ballaststoffe und zu wenig Eiweiß – und genau das begünstigt bei vielen starke Schwankungen.
Süßes & Dessert: Verlangen ist ein Signal – kein Charaktertest
Süßhunger ist bei vielen Frauen besonders präsent, wenn Stress hoch ist, der Schlaf schlechter war oder rund um PMS bzw. die zweite Zyklushälfte. Die wichtigste Perspektive aus Woche 4 war: Du musst dich dafür nicht verurteilen. Verlangen ist Information.
Statt „ganz oder gar nicht” ging es darum, Süßes so zu essen, dass es dich nicht aus dem Rhythmus wirft – und vor allem bewusst zu beobachten, wie sich Energie, Stimmung und Snackdrang danach verändern. Viele merken schon nach wenigen Tagen: Es macht einen großen Unterschied, wie und wann Süßes gegessen wird – nicht nur ob.
Getränke & Alkohol: Der unterschätzte Energie-Hebel
Getränke wirken oft „nebensächlich”, sind aber für viele ein echter Gamechanger – weil sie Energie, Konzentration, Heißhunger und Schlaf direkt beeinflussen.Wasser ist dabei die Basis: Wenn du zu wenig trinkst, fühlt sich das schnell an wie Müdigkeit, Kopfschmerz oder „ich brauche jetzt etwas”. Und Durst wird erstaunlich oft mit Hunger verwechselt. Ein grober Richtwert sind 1,5–2 Liter Wasser pro Tag, je nach Alltag, Aktivität und Umgebung.
Kaffee ist nicht „schlecht” – aber er ersetzt Wasser nicht. Und „flüssiger Zucker” (Limo, Saft, Apfelschorle) wirkt oft besonders schnell, weil Zucker in Getränken sehr rasch aufgenommen wird.
Beim Alkohol ging es nicht um Moral, sondern um Wirkung: Viele schlafen schlechter und merken am nächsten Tag mehr Heißhunger oder weniger stabile Energie. Spannend war auch der Hinweis: Alkoholfreie Varianten sind nicht automatisch blutzuckerfreundlich – sie können je nach Produkt trotzdem viel Zucker bzw. schnell verfügbare Kohlenhydrate enthalten.
Reisen & Busy Days: Der Minimal-Plan, der dich wirklich rettet
Reisen und stressige Tage sind der perfekte Nährboden für die Blutzuckerachterbahn: Brötchen, Pizza, Pommes, Kekse und Cappuccino sind überall verfügbar – Protein und Gemüse oft nicht.
Der wichtigste Gedanke aus Woche 4: Du brauchst auf Reisen keinen perfekten Plan. Du brauchst einen Notfall-Plan, der einfach ist und dich stabil hält. Und hier war der zentrale Hebel: Eiweiß. Denn genau das fehlt unterwegs am häufigsten – und genau das hilft, länger satt zu bleiben und die typischen Tiefs und Cravings abzufedern.
Die Aufgabe war deshalb sehr konkret: eine persönliche Notfall-Liste mit 3 Snacks + 1 schneller Mahlzeit, die du mitnehmen oder spontan kaufen kannst. Das ist nicht „Meal Prep”-Perfektion, sondern eine kleine Vorbereitung, die dir unterwegs extrem viel Stress spart.
PMS, Zyklus & hormonelle Übergänge: nicht strenger werden, sondern besser unterstützen
Ein besonders wichtiger Teil von Woche 4 war Frauengesundheit. Viele Frauen erleben in der zweiten Zyklushälfte, rund um PMS oder in hormonellen Übergängen, dass sich Hunger, Schlaf und Lust auf Süßes verändern – und dass die gleiche Mahlzeit sich weniger „stabil” anfühlt als sonst.
Die zentrale Botschaft war: Du musst an solchen Tagen nicht strenger werden. Du darfst dich besser unterstützen. Mit zwei einfachen Anpassungen:Mahlzeiten sättigender aufbauen (mehr Protein + mehr Gemüse als Basis)
- Kohlenhydrate bewusst als Teil einer Mahlzeit einbauen statt zwischendurch zu snacken
Blutzucker-Mythen: Weniger Angst, mehr Klarheit
Zum Ende der Woche haben wir drei Mythen aufgeräumt, die viele Frauen unnötig stressen:
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„Wenn der Blutzucker steigt, ist das automatisch gefährlich.”
Ein Anstieg nach dem Essen ist normal. Relevant wird es, wenn es häufig stark schwankt – vor allem mit deutlichem Abfall, den du als Müdigkeit, Gereiztheit, Brain Fog oder Heißhunger spürst. -
„Obst ist schlecht, weil es Zucker enthält.”
Obst ist mehr als Zucker: Es bringt Ballaststoffe, Wasser und Mikronährstoffe. Für viele funktioniert es am besten kombiniert oder als Teil einer Mahlzeit (z. B. Beeren mit Skyr/Quark oder Apfel mit Nüssen). -
„Low Carb ist automatisch die beste Lösung.”
Low Carb kann manchen helfen, passt aber nicht zu jedem Körper und nicht zu jedem Tag. Gerade bei Stress, hoher Aktivität oder rund um PMS sind „smarte Kohlenhydrate” oft sinnvoller als kompletter Verzicht – in einer Portion, die dir guttut, und kombiniert mit Protein und Gemüse.